Monatsversammlung September 2024
Termin: 10. September 2024
Ort: im Sudhaus, Ulricherstraße 23, 59494 Soest
Beginn der Versammlung: 19:30 Uhr
Ende der Versammlung: 21 Uhr
Mit Humus wässern – Kompost und Humus im Garten, Christoph Kremp
Zu Beginn der Versammlung erinnert Klaus Fischer an die kurz vorher stattgefundene Tagesfahrt nach Münster. Weiterhin ermuntert er die Anwesenden zur Teilnahme an der Ende September auf Haus Düsse stattfindende Landesverbandstagung.
Dann übergibt er das Wort an das Vereinsmitglied Christoph Kremp. Herr Kremp ist Kompostexperte bei der ESG – Entsorgungswirtschaft Soest GmbH und insbesondere zuständig für die Vermarktung des Komposts mit dem Schwerpunkt Landwirtschaft. Mit dem heutigen Referat wird auch der Klönabend inhaltlich vorbereitet, der u.a. in das Kompostwerk Anröchte führen wird.
Vor dreißig Jahren wurde im Kreis Soest die Kompostierung von Grünabfällen aus Haushalten und Betrieben eingeführt und die grünen Biotonnen verteilt. Als einzige Stadt hat dabei die Stadt Soest eine eigene Kompostierung installiert. Heute gibt es das Kompostwerk in Anröchte und die Kompostierungsanlagen in Werl und Soest-Bergede. Anhand eines Schaubildes skizziert er die Funktionsweise des Kompostwerkes Anröchte.
Herr Kremp erläutert die vielen guten Eigenschaften des Bördekomposts für ein erfolgreiches Gärtnern:
- er versorgt den Boden mit Humus und Nährstoffen
- er fördert das Bodenleben
- er stoppt die Bodenversauerung
- er speichert Kohlendioxid
- er ist aufgrund der hohen Thermik während des Verrottungsprozesses frei von keimfähigen Wildkrautsamen
- er verbessert aufgrund des hohen Humusgehaltes die Fähigkeit des Bodens Wasser zu speichern um ein Vielfaches
- er ist ein nachhaltiges Recyclingprodukt
- er fein gesiebt und lässt sich gut in den Boden einarbeiten.
Heute gehen 10% des Bördekompostes wieder zurück in die privaten Gärten. 90 % werden auf die Felder im Kreis Soest verteilt. Dabei beobachtet Herr Kremp, dass die Nachfrage aus der Landwirtschaft in den letzten Dürrejahren deutlich gestiegen ist, da der Humus die Wasserverfügbarkeit für die Pflanzen deutlich erhöhen kann.
Auf Nachfragen zur Anwendung im Garten gibt er die folgenden Empfehlungen:
- Bei Bestandsbeeten sollte der Kompost in der Fläche jährlich in einer Dicke wie Puderzucker auf Kuchen verteilt werden.
- Bei der Neuanlage von Beeten und Rasen kann eine dickere Schicht von einigen Zentimetern verteilt werden und leicht untergehackt werden.
- Bei Neupflanzungen sollte ca. 20% der Füllmenge des Aushublochs aus Kompost bestehen.
- Um bei Bedarf immer für Neupflanzungen Kompost zur Verfügung zu haben, kann dieser in einer trockenen Gartenecke über das Jahr gelagert werden.
- Aufgrund des hohen pH-Wertes und des Kalkgehaltes darf der Kompost nicht für säureliebende Pflanzen wie Rhododendron, Azaleen oder Erika verwendet werden.
- Der hohe Kalkgehalt kann aber andererseits die Unterdrückung der Moosbildung im Rasen unterstützen. Er sollte im Herbst leicht in den Boden eingearbeitet werden.
- Detaillierte Tipps zur Anwendung z.B. beim Gemüseanbau gibt es in einem Infoblatt, das auf der Seite der ESG abgerufen werden kann.
- Der Kompost zwischen den ESG Werken in Anröchte, Soest und Werl zeigt in seiner Zusammensetzung im Wesentlichen keine Unterschiede.
- Der Kompost sollte nach Möglichkeit lose abgeholt werden, da in den abgepackten Säcken wichtige Kleinstlebewesen abgetötet werden.
Klaus Fischer wird zur nächsten Mitgliederversammlung Tüten der LANUV mitbringen, mit denen Bodenproben zur genaueren Analyse eingesandt werden können.
Bettina Dräger-Möller