Monatsversammlung Oktober 2025

Termin: 21.10.2025
Ort: im Sudhaus, Ulricherstraße 23, 59494 Soest
Beginn der Versammlung: 19:30 Uhr
Ende der Versammlung: 21:00 Uhr

Nachwuchs für den Wald – Entwicklungszyklus von Waldbäumen

Mit beeindruckenden eigenen Archivbildern von Knospen, Blüten, Früchten und Samen erklärt Förster Christoph Hentschel den Entwicklungszyklus von Waldbäumen. Diesen verdeutlicht er anhand verschiedenster Baumarten wie Robinien, Buchen, Eichen, Kiefern, Tannen, Birken und vielen anderen. Herr Hentschel ist in der Regionalforstverwaltung Soest/ Sauerland für Privatwaldbesitzer tätig. 25 Vereinsmitglieder sind zu diesem Vortrag gekommen.

Herr Hentschel zeigt uns mit wunderschönen Fotos die Verschiedenartigkeit der Blüten- und Blattknospen, die im Sommer angelegt werden. So lassen sich bereits zu diesem Zeitpunkt erste Hinweise für die Ernte der kommenden Saison ablesen.

Bezüglich der Blüten wird zwischen ein- und zweihäusigen Bäumen unterschieden. Einhäusig bedeutet, dass ein Baum sowohl männliche als auch weibliche Blüten besitzt. Beispiele hierfür sind Eiche, Buche, Birke und Erle. Im Gegensatz dazu bedeutet zweihäusig, dass es Bäume mit nur männlichen oder nur weiblichen Blüten gibt, wie zum Beispiel Weiden und Pappeln. Während bei getrenntgeschlechtlich einhäusigen Pflanzen rein weibliche und rein männliche Blüten gebildet werden, besitzen zwittrige Pflanzen nur eine Art von Blüten. Diese enthalten sowohl die männlichen als auch die weiblichen Blütenorgane: Frucht- und Staubblätter. Hierzu zählen z.B. viele Kirsch- aber auch Apfelbäume.
Bei Waldbäumen erfolgt die Bestäubung meist durch Wind, so dass die Blüten – im Gegensatz zur Insektenbestäubung - eher unscheinbar und farblos sind. Häufig sind die weiblichen Blüten auch von Blättern bedeckt.

Anschließend erläutert uns Herr Hentschel die Unterscheidung von Pionier- und Klimaxbaumarten. Es sind Begriffe aus der sogenannten Sukzessionsökologie. Pionierbäume besiedeln als erste offene Flächen (z. B. Kahlschläge) und zeichnen sich durch leichte Früchte aus, die weit verweht werden können und durch ein schnelles Wachstum. Hierzu zählen z.B. Birke und Pappeln. Auf den fetten Böden der Soester Börde werden sie jedoch häufig von Brombeeren überholt. Klimaxbaumarten hingegen sind die letzten, etablierten Arten, die dann einen stabilen Waldzustand erreichen. Sie haben meist sehr schwere Früchte wie z.B. Eicheln und Kastanien.

Abschließend geht der Referent noch auf die Samengewinnung ein. Nach vorheriger Sichtung und Auswahl geeigneter Bäume erfolgt diese für spezialisierte Baumschulen. Das gewonnene Saatgut darf nur im Herkunftsgebiet wieder angebaut werden. Die Samen werden durch ausgelegte Netze (z.B. Bucheckern), per Hand vom Waldboden (z.B. Eicheln) oder durch Pflücken von Zapfen in schwindelerregenden Höhen gewonnen.

Abschließend geht Herr Hentschel noch auf einige Fragen ein.

Bettina Dräger-Möller