Monatsversammlung November 2025

Termin: 11.11.2025
Ort: im Sudhaus, Ulricherstraße 23, 59494 Soest
Beginn der Versammlung: 19:30 Uhr
Ende der Versammlung: 20:15 Uhr

Leider erfahren heute Abend die Gartenfreundinnen und -freunde nicht, was es im Jahr 2025 Neues aus dem Holter Garten zu berichten gibt. Klaus Fischer ist erkrankt und die 30 Anwesenden wünschen ihm eine baldige Genesung.

Statt seiner begrüßt der 2. Vorsitzende Fred Lohmann zum heutigen Abend. Er bittet um Anmeldung zum traditionellen Grünkohlessen mit Liedern und Geschichten im Dezember.

Ewald Prünte hat sich spontan erst am heutigen Nachmittag bereit erklärt, einen kleinen Vortrag vorzubereiten. Er erinnerte sich in einem Podcast über einen Landschaftsgärtner gehört zu haben, der vor dreihundert Jahren gelebt hat und dessen Spuren trotzdem bis heute zu erfahren sind.

Sein Name: Capability Brown – ein Mann, der zu seiner Zeit des 18. Jahrhunderts die Natur ‚neu erfand‘. Zur Zeit seiner Geburt gab es die formal angelegten Parterregärten des Barocks wie in Versailles oder Schönbrunn. Er aber entwickelte eine neue Vision der Landschaft: weg von den streng formalen Symmetrien – hin zu weiten scheinbar natürlichen Szenerien. Die Geburt des englischen Landschaftsparks.
Er öffnete die Gärten in die umgebende Landschaft. Keine Hecken, keine Zäune. Damit aber kein Wild in die Gärten dringen konnte, lässt er in den Grenzbereichen unüberwindliche, von Ferne unsichtbare Gräben ausheben.

Er modelliert Landschaften. Mäandrierende Flüsse, Täler und Seen. Es wirkt natürlich, ist aber präzise Ingenieurkunst. Dabei denkt er groß. Er lässt ganze Täler ausheben und Dämme bis zu 180m aufbauen wie im Park von Blenheim Palace.

Er komponiert die Landschaft wie ein Maler: Hier eine Baumgruppe, dort ein Hain. Keine Alleen mehr, sondern schlängelnde Pfade.
Mit seinem gegründeten Unternehmen ist er überaus erfolgreich und bringt es bis zum Königlichen Gärtnermeister. Er war eine Berühmtheit seiner Zeit. Aber natürlich gab es auch scharfe Kritik. Er zerstöre die historischen Gärten. Seine Landschaften seien zu sanft und perfekt, es fehle das Wilde. Und er war nicht zimperlich, wenn etwas im Wege stand. Ein ganzes Dorf und seine Bewohner wurden vertrieben und stattdessen entstand ein malerischen Dorfidylle.

Aber der englische Landschaftsgarten wurde Exportgut und Vorbild für Herrscher und Besitzende in ganz Europa und der Welt. In Deutschland eiferte ihm Fürst Pückler in Bad Muskau nach und in München wurde der Englische Garten angelegt. In New York legten die Bürger den Central Park an.

Und seiner Idee einer gestalteten Landschaft in Gärten und Parks streben heutige Landschaftsplaner immer noch nach.
Die Anwesenden danken Ewald Prünte mit Applaus für seinen kurzweiligen Vortrag.

Bettina Dräger-Möller