Monatsversammlung März 2024
Termin: 19. März 2024
Ort: im Sudhaus, Ulricherstraße 23, 59494 Soest
Beginn der Versammlung: 19.30 Uhr
Ende der Versammlung: 21.30 Uhr
Vom Ernteglück und Missgeschick – Erfahrungen mit dem Hobby Nutzgarten: Obst
Manfred Kotters, Goch
Die heutige Mitgliederversammlung steht ganz im Zeichen des Vortrages von Herrn Kotters, der sich mit der Pflege verschiedener Obstsorten, dem Pflanzenschutz und der Verarbeitung der Früchte beschäftigt. Aus der Fülle der Anregungen und Tipps können im Rahmen eines Protokolls nur einige aufgegriffen werden.
Er berichtet von seinen Weinstöcken, deren Anzahl der Äste er zum besseren Fruchtansatz halbiert und auf zwei Knospen einkürzt. Im Juni entfernt er zur besseren Besonnung Blätter und reduziert Traubenansätze, um größere Trauben zu erhalten.
Damit die Ernte nicht vollends an Amseln verloren geht, schützt er die Trauben, aber auch z.B. Äpfel und Johannesbeeren durch kleine selbstgenähte Säckchen, die den Fruchtansätzen übergestülpt werden. Für kleinere Sträucher wie z.B. Blaubeeren gibt es mittlerweile große Schutzsäcke zu kaufen, in die die Pflanzen komplett eingehüllt werden. Für größere Bestände hat er eine ‚Antivogelvoliere‘ gebaut, deren Konstruktion er uns vorstellt.
Bei Johannesbeeren und anderen Obstsorten, die gerne auch auf dem Speiseplan von Ohrenkneifern stehen, empfiehlt er umgedrehte mit Stroh gefüllte Blumentöpfe in die Pflanzen zu setzen, aus denen dann die Tiere abgesammelt werden können. Wichtig ist aber, dass die Töpfe Kontakt zu der Pflanze haben, damit die Tiere auch hineinkrabbeln können. Also bitte nicht frei hängen!
Bei der Johannisbeere ist besonders wichtig spätestens im Frühjahr die sog. Rundknospen zu entfernen, da es sich dabei um Gallen handelt, die Millionen von Milben beherbergen. Mitunter ist aber auch ein starker Rückschnitt notwendig. Auch andere Beerensträucher wie z.B. Brombeeren sind von Gallenbildung bedroht. Eine Behandlung mit Schwefel verspricht ebenfalls Erfolg. Schwefel ist allerdings in Deutschland nur zur Bekämpfung von Mehltau zulässig.
Herr Kotters weist daraufhin, dass Beerensträucher wie Johannesbeere, Stachelbeere, Jostabeere, Brombeere und Himbeere ursprünglich Waldbewohner sind und daher eher im Halbschatten stehen wollen. Ansonsten droht Sonnenbrand.
Bei der Kultivierung von Rhabarber muss ausreichend Wasser und Dünger gegeben werden. Nach Erfahrung von Herrn Kotter ist es bei der Verarbeitung sinnvoll die Stangen auch zu spalten und nicht nur in Scheiben zu schneiden. Mit Zucker bestreut mindestens vier Stunden ziehen lassen.
Herr Kotters beeindruckt mit Fotos auf denen perfekt und schön etikettierte Marmeladengläser zu erkennen sind. Die Etiketten erstellt er mit Exel und eingefügten Fotos. Mit dem Klebestift Prit am Glas befestigt, lassen sich die Etiketten durch Einweichen wieder leicht lösen.
Quitten zeigen bei der Ernte häufig braune Verfärbungen des Fruchtfleischs. Die Früchte können trotzdem verarbeitet werden. Gegen die Verfärbungen empfiehlt Herr Kotters rings um den Baum kleine Löcher zu stechen, in die einige Körnchen Kalk eingerieselt werden.
Für die Ernte von Kiwis werden nicht nur männliche und weibliche Pflanzen benötigt, sondern auch jahrelanges geduldiges Warten.
Bei Haselnüssen empfiehlt Herr Kotters die Sorten ‚Wunder von Bollweiler‘ und ‚Fertile de Nottingham‘, da diese Kulturformen weitaus größere und aromatischere Nüsse hervorbringen als die gemeine Haselnuss.
Insbesondere als blütenreicher Frühblüher legt Herr Kotters uns die Kornelkirsche an Herz, da die im Gegensatz zur Forsythie ein Insektenmagnet ist.
Weitere Anregungen gibt Herr Kotters noch zu Erdbeeren, Mispel, Holunder, Sanddorn, Apfelbeere/ Aronia und Kirschpflaume.
Bettina Dräger-Möller