Monatsversammlung Juni 2025

Termin: 17. Juni 2025
Ort: im Sudhaus, Ulricherstraße 23, 59494 Soest
Beginn der Versammlung: 19.30 Uhr
Ende der Versammlung: 20.45 Uhr

Rosen und Wildrosen

Aus gutem Grund stand die „Königin der Blumen“, die Rose, im Mittelpunkt der Juni-Versammlung des Soester Obst- und Gartenbauvereins: Von je her ist dieser Monat der Rosenmonat. Gerade jetzt grüßen die „Königinnen“ an Fassaden und Zäunen, in Gärten und als Hecken in ihrer Blütenfülle. In farbenprächtigen Bildern führte Vereinsmitglied Dr. Ellen Brandenburger den rund 60 interessierten Zuhörern vor Augen, wie groß die Palette dieser Pflanzenart ist.

Seit Jahrtausenden sind Rosen auf der nördlichen Halbkugel vertreten – als Tee-, Hunds- und Zwergrosen, als Beet- und Strauchrosen, als Damaszener- und Delbart-Rosen, als Wild-, Kletter- und Zwergrosen: Die Zahl ihrer Variationen scheint unendlich zu sein. Sie werden gezüchtet und veredelt ,zum Färben genutzt, gesammelt und in Rosarien vorgestellt. Das nächste Rosarium, das drittgrößte der Welt, liegt im Dortmunder Westfalenpark.

Auch zur Parfumherstellung werden die Blumen verwendet. Um ein Liter Rosenöl zu gewinnen, braucht man vier Tonnen Rosenblätter, erfuhren die staunenden Zuhörer. Gemeinsam ist allen Rosen, dass sie nach der Blüte Hagebutten bilden, die „wir in der Kinderzeit schön als Juckpulver verwendeten“ erinnerte sich die Dozentin. Pflanzen, die das Wort „Rose“ im Namen tragen, wie Stockrosen, Berner Rosenapfel, Pfingstrosen oder Rosenmalve sind nicht unbedingt immer mit den Rosen verwandet, erläuterte Dr. Brandenburger.

Die Referentin zog den Kreis über die reine Pflanze hinaus und verwies auf die Bedeutung der Rose in den Bereichen von Literatur, Heraldik, Kunst und Musik. Als Stichworte seien hier die Oper „Der Rosenkavalier“ (Hofmannsthal/Strauss) und das Märchen Dornröschen, die Wappen von York, Lancaster und Kanada sowie anderer Ort, die Rosetten in Kirchenfenstern, Rosenkugeln und -bänke, der 1000-jährige Rosenstrauch in Hildesheim und die Rosen in zahlreichen Gemälden genannt. In der christlichen Ikonografie steht die „Rose ohne Dornen“ für die Muttergottes.
Mit kräftigem Applaus dankte die Versammlung der Referentin für ihren sachkundigen Bericht.

Zuvor hatten Vorsitzender Klaus Fischer und Schriftführer Friedrich Lohmann auf die beiden nächsten Tagesfahrten am 28. Juni nach Borken und zum Ziegenhof in Holland sowie am 30. August nach Stromberg hingewiesen. Klaus Fischer hatte zudem viele Fachbücher zum Mitnehmen mitgebracht.