Klönabend am 12. September 2024

Unser diesjähriger Klönabend führt uns in den südöstlichen Teil des Kreises Soest, genauer gesagt in das seit dem Mittelalter betriebene Abbaugebiet des weltweit einzigartigen Grünsandsteins in Anröchte. Dieser prägt entscheidend das Erscheinungsbild von Dörfern und Städten in der Umgebung. So auch in Soest. Im Laufe des Nachmittags erfahren wir aber, dass der Soester Grünsandstein tatsächlich aus stadtnahen ‚Soester‘ Steinbrüchen stammte.

Wir starten um 14:30 Uhr in Soest und um 14:45 Uhr in Bad Sassendorf. Um Viertel nach drei erreichen wir mitten gelegen in einem aufgelassenen Steinbruch in Anröchte eines der modernsten Kompostierungswerke der ‚ESG – Entsorgungswirtschaft Soest GmbH‘. Dort erwarten uns bereits Christoph Kremp und Jessica Malik. Bevor es in das Werk geht, werden wir von ihnen nachdrücklich darauf hingewiesen, dass der Betrieb eines solchen Werkes mit starken Gerüchen einhergeht, die in der Kleidung ‚hängen bleiben‘ und uns den Rest des Tages begleiten werden. Des Weiteren werden wir noch mit Warnwesten und Kopfhörern ausgestattet.

Dann erläutern uns Herr Kremp und Frau Malik den Verarbeitungsprozess, der im Wesentlichen aus den Verarbeitungsschritten Strukturverkleinerung, Fermentierung und Verrottung besteht. Nach der Lieferung des Bioabfalls wird dieser zunächst sortiert, da aus Küchen und Gärten versehentlich auch vieles anderes wie Küchenmesser, Draht oder Gartenscheren in die Biotonnen wandern. Hauptsächlich sind es aber Kronkorken, die gefunden werden! Grob zerkleinert wird der Abfall in den riesigen Fermentierer transportiert. Dabei entsteht Methan, das zur Stromerzeugung genutzt wird. Wir haben Gelegenheit über mehrere außenliegende Metalltreppen hoch zu einer Luke zu gelangen, um in den Fermentierer zu schauen. Aber ob es dort drinnen zu dunkel ist oder draußen zu hell: Wir sehen nichts. Die Aussicht in die Börde ist aber immerhin schön von dort oben. Nicht minder beeindruckend als der Fermentierer ist die Größe der Verrottungskammern, in die das Material anschließend verbracht wird. Nach weiteren Verarbeitungs- und Trocknungsschritten entsteht schließlich der Bördekompost in der Qualität wie er an die Endverbraucher aus Landwirtschaft und Privathaushalten abgegeben werden kann.

Um 16:45 Uhr geht unsere Fahrt weiter zum Steinmuseum in der Alten Schule in Anröchte. Der Heimatverein Anröchte e.V. ist Träger des Museums. Als Vertreter begrüßt uns Herr Rinsche, der uns unterstützt durch einen weiteren Vertreter durch das Museums führt. Das Museum informiert über die Geologie, die Gewinnung, die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sowie die Verarbeitung des Anröchter Grünsandsteins. Wir staunen über die Größe von versteinerten Dinosauriereiern, sind amüsiert über den Bericht über den “Verein der Steinbruchbesitzer zur Förderung der Nüchternheit unter den Arbeitern“, erschaudern über frühere Arbeitsbedingungen und bewundern feinste Steinmetzarbeiten in Handwerk und Kunst. Ein Film über Arbeiten im Steinbruch komplettiert die Führung. Die meisten von uns kannten das Museum bisher nicht und verlassen dieses nun mit vielen neuen Eindrücken.

Nach dem Rundgang gehen wir zu Fuß zum nahegelegenen Hotel-Restaurant Buddeus. Dort wird uns ein Büfett traditioneller warmer Speisen wie Gulasch und Tafelspitz serviert.

Zwei Stunden später werden wir wieder einmal frohgelaunt mit dem Bus zurück nach Soest bzw. Bad Sassendorf kutschiert, wo wir kurz vor bzw. nach 21 Uhr ankommen.

Bettina Dräger-Möller