Tagesfahrt nach Oelde und Stromberg am 30. August 2025

Nach knapp einer Stunde Fahrzeit erreichen 38 Soester Gartenfreunde in Oelde den Vier Jahreszeiten Park. Dort werden wir von Frau Kampfe empfangen, die uns durch den Park führt. Leider können nicht alle an der Führung teilnehmen, da diese auf 25 Teilnehmer begrenzt ist und weitere Parkführer aktuell nicht zur Verfügung stehen. Daher begeben sich einige Teilnehmer auf eigenständige Erkundungstour, wodurch sich deren Fahrtkosten entsprechend verringern.

Der Park liegt in einem Auegebiet des Axtbachs und umfasst 44 ha. Er wurde bereits 1929 gegründet. Der teils alte Baumbestand und das Freibad zeugen noch von dieser Historie. Sein heutiges Gesicht erhielt der Park jedoch mit der Landesgartenschau 2001, die von 2,3 Mill Besuchern besichtigt wurde. Mit bis zu 10 städtischen Gärtnern und weiterem finanziellen Aufwand erhält die nur 30.000 Einwohner zählende Stadt Oelde seitdem den Park. Allerdings ist ein Besuch immer noch kostenpflichtig, wobei der Besuch des Freibads damit eingeschlossen ist. Während ihrer Tour führt uns Frau Kampfe immer wieder zu Bäumen und Gehölzen wie z.B. einer 150 Jahre alten Rotbuche, Sumpfzypressen und Sumpfeichen, einer chinesischen Kräuselmyrthe, der Bambussammlung und dem Magnolienweg. Unübersehbar sind bei Bäumen, Stauden und Blumenrabatten die Trockenschäden durch fehlenden Regen.

Im Anschluss an diese Parkführung wechseln wir in den sogenannten Familiengarten, der 2001 auch zur Landesgartenschau gehörte und seitdem vom Obst- und Gartenbauverein Oelde betreut wird. Dort werden wir von den Oelder Gartenfreunden begrüßt, die uns bei Kaffee und Keksen die Konzeption und Pflege des Gartens erläutern. Der OGV Oelde hat ca. 400 Mitglieder. Einmal wöchentlich treffen sich 8 bis 10 Mitglieder, um den Garten in Schuss zu halten. Sonntags nachmittags wird ein öffentliches Cafè angeboten. Von dem Garten und dem Engagement des Vereins sind wir beeindruckt. Allerdings erhält der Verein für den Erhalt des Familiengartens auch die finanzielle Unterstützung von der Stadt Oelde und Sponsoren der Stadtgesellschaft.

Nach einer Mittagspause geht es weiter in Richtung Stromberg. Ein malerischer, auf einer Bergklippe liegender kleiner Ort, den wir bei einer einstündigen Führung kennen lernen. Von der Anhöhe genießen wir einen tollen Blick über das südliche Münsterland.

Zum Abschluss unserer Tagesfahrt führt uns der Weg zum Pflaumenhof der Familie Stemich. Dort werden wir mit einem frischen Stück Pflaumenkuchen vom Bleich, Kaffee oder Tee und anderen Getränken verwöhnt. Wie es sich für einen Familienbetrieb gehört, helfen selbst die jüngsten Mitglieder (4 und 7 Jahre) beim Servieren fleißig mit. Anschließend erzählt uns Juniorchefin Marion Stemich Wissenswertes über die Stromberger Pflaume, den Anbau und Pflege sowie die Verarbeitung.

Strenggenommen ist die Stromberger Pflaume eine Zwetschge, aber so genau nimmt es der Münsterländer nicht und der Name hat sich seit der ersten Erwähnung um 1790 so eingebürgert. Unter diesem Namen ist sie mittlerweile EU geschützt. Nur Früchte innerhalb eines engbegrenzten 500 m Radius dürfen unter diesem Namen in den Handel gebracht werden.

Die Plantage zählt ungefähr 3500 Bäume. Diese sind aufgesplittet auf 20 Sorten, wodurch eine lange Erntezeit von Mitte Juli bis in den September sichergestellt wird. Die Bäume müssen nach rund 30 Jahren ausgetauscht werden. Mittlerweile werden nur noch Halbstämme gepflanzt. Gegenüber Hochstämmen hat das nicht nur den Vorteil, dass der Baumschnitt bequemer ist, sondern dass der Ertrag auch deutlich höher ist. Auf dem Platzbedarf eines Hochstamms können drei Halbstämme gesetzt werden, die zudem sogar noch eher wirtschaftlich beerntet werden können.

Während der Ausführungen von Frau Stemich haben die Erntehelfer trotz Feierabends geduldig auf uns gewartet, um uns noch die Erntemaschine zu demonstrieren. Diese fährt durch die Baumreihen, per Greifarm werden die Bäume geschüttelt, die Früchte fallen in ein Netz, werden dann auf ein Laufband verfrachtet, das sie in Obstkisten transportiert. Vollautomatisch und beeindruckend schnell. Voller neuer Eindrücke und Tüten voller Obst fahren wir am Spätnachmittag wieder zurück nachhause.

Bettina Dräger-Möller